Dranbleiben und große Ziele weiterverfolgen
Erst nachdem die Grünen im Fischbachtal einen Antrag zum Beitritt Fischbachtals zu den Klimakommunen Hessens gestellt hatten, wurde auch den Gremien und der Verwaltung wieder bewusst, dass unsere Gemeinde schon längst Klimakommune ist. Die Beitritts-Charta wurde am 27.03.2017 durch den damaligen Bürgermeister Wilfried Speckhardt für Fischbachtal unterzeichnet. Da waren einige, uns eingeschlossen, erst mal erschrocken darüber, dass man diese freudige Tatsache nicht mehr vor Augen hatte.
Mit dem Beitritt verpflichtet sich die Gemeinde, aktiv Treibhausgase zu reduzieren und setzt sich das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Die Kommune verpflichtet sich außerdem, einen Aktionsplan zum Klimaschutz und Klimawandel vor Ort aufzustellen und darzulegen, wie sie ihre Ziele erreichen möchte.
Der Aktionsplan enthält:
• die Erfassung des Energieverbrauchs und des CO2- Ausstoßes der Kommune,
• eine Darstellung der geplanten Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimawandelanpassung sowie
• die Darstellung des Treibhausgasminderungspotentials der geplanten Klimaschutzmaßnahmen
Der Aktionsplan wird mindestens alle fünf Jahre aktualisiert. Außerdem verpflichtet sich die Kommune, jährlich über Ihr Engagement für den Klimaschutz und die nötigen Anpassungen an den Klimawandel, zu berichten.
Der Landkreis Darmstadt- Dieburg hat für alle seine Kommunen ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeiten lassen. Hierin finden wir auch Fischbachtal. Nachdem die Grünen im Fischbachtal durch Ihren Antrag wieder Leben in die Sache gebracht haben, wurde in der Verwaltung schnell gehandelt und die bisherigen Bemühungen hinsichtlich Klimaschutz auf der Seite der Klimakommunen veröffentlicht.
Das reicht aber nicht, um sich auf die Brust zu schlagen und entspannt zurückzulehnen. „Smarte“ Heizkörperthermostate im Rathaus, Ökostromtarif für die Gemeinde, sowie Recyclingpapier im Kopierer sind ein Anfang. Natürlich ist es großartig, dass die HEAG den Austausch der Quecksilberdampfleuchten unserer Straßenbeleuchtung umgesetzt hat und die Entega der Verwaltung ein gefördertes Elektrofahrzeug zu Verfügung gestellt hat.
Gleichwohl geht nachhaltiger Klimaschutz über Einzelaktionen weit hinaus. Die formulierten Ziele sollten wie in einem Zertifizierungsprozess immer wieder überprüft und für alle transparent kommuniziert werden.
Leider ist man da, wo man wirklich hätte etwas ändern können, untätig geblieben. Bauleitpläne hätten im Sinne des vom Kreis erstellten Klimaschutzkonzeptes das Thema Energie und Klimaschutz mit ein-beziehen sollen, um so zum Beispiel die Nutzung erneuerbarer Energien, effiziente Bauweise und nachhaltige Energieversorgung zu fördern.
Die Chancen, die bei einem Beitritt zum Dorfentwicklungsprogramm (IKEK) gegeben waren, hat man ausgeschlagen. Fischbachtal hatte die Gelegenheit dazu und hat sie mit Stimmen von SPD und FWF leider verpasst. In diesem Förderprogramm des Landes Hessens hätten energetische Themen mit der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes verzahnt werden können. Förderungen des Landes wären privaten Haushalten zugeflossen, was sich am Beispiel von Groß-Bieberau nun zeigt. Hier profitieren nicht nur regionale Handwerksunternehmen durch die starke Nachfrage von energetischen Sanierungen der Gebäudehüllen. Ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz konnte durch eine gute Förderung des Landes Hessen geleistet werden. Fischbachtal schaut zu und hatte alle Möglichkeiten.
Selbst bei Investitionen in kommunale Heiztechnik (Beispiel Schwimmbad Niedernhausen) wurde weiterhin auf fossile Brennstoffe gesetzt. Ob die wenigen Quadratmeter Blühwiese diese politischen Fehlentscheidungen wettmachen können, ist fraglich.
Mittlerweile hat ein erstes Umdenken stattgefunden, was uns sehr freut. Vielleicht war unser Antrag ein kleiner Denkanstoß! Wir blicken gespannt auf die Umsetzung der nächsten Projekte.







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